Der Dritte Mann ließ mich schließlich allein, weil er zur Arbeit musste. Er ging, nachdem ich ihn angefahren hatte, er solle gefälligst aufhören, sich bei mir zu entschuldigen, dass Marie seinetwegen die Sache mit Gisela und mir herausgefunden hatte.
Dabei war es ja gar nicht seine Schuld gewesen. Damals in der Wäscherei hatte Marie mich sozusagen direkt auf Gisela angesprochen und ich hatte sie angelogen. Na ja, um genau zu sein, wortwörtlich gelogen hatte ich ja nicht, denn ich konnte mich an die Nacht mit Gisela nicht mehr erinnern, also habe ich nicht bewusst etwas mit ihr gehabt…
Geschickt war ich auf diese Weise einer Lüge ausgewichen und hab mir für meine Genialität auf die Schultern geschlagen.
Natürlich hatte sie es trotzdem herausgefunden. Wie konnte ich nur glauben, dass sie nie herausfinden würde, dass ich was mit ihrer Schwester gehabt hatte?
Jetzt saß ich da, durch einen einzigen dummen Fehler, durch ein einziges Mal “wie Hinnaak sein”, wieder allein.
Früher hatte mir das Alleinsein nichts ausgemacht. Aber jetzt, nachdem ich erfahren hatte, wie es ist, im Nexus zu sein, im Inneren des Glücks, wurde mir die Aussicht auf einsame Stunden, einsame Tage, einsame Nächte, einsame Einfach-Alles! zu einer unerträglich trostlosen Zukunftsvision.
Alles, was mir blieb, war das leere, vernichtende Gefühl eines verpassten Glücks, das in mir steckte und die Gewissheit, Marie für immer verloren zu haben.

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