Dörte

Zehn Minuten nur noch! Zeit, um mich auf den Weg zu machen.
Eilig packte ich den Wischlappen, mit dem ich die Scheiben von meiner Glasvitrine blankgewienert hatte, beiseite. Einmal hatte ich versehentlich zu stark am Schrank gerüttelt und der Battle Armor He-Man war leicht ins Wanken geraten, aber glücklicherweise nicht umgefallen. Das hätte nämlich die Anordnungen in Schrank-Eternia gewaltig durcheinander gebracht.
Schnell zog ich mir meine Jacke an, schnappte meinen Jutesack und machte mich auf den Weg.
Dieter hatte mir vor kurzem die Aufgabe erteilt, mich hauptsächlich um die Erwachsenenecke zu kümmern, wenn die übrigen Verwaltungsaufgaben erledigt waren. Er meinte, mein systematischer Ordnungssinn wäre da am besten eingesetzt und wenn Marie dort stehen würde, dann würden die Pornos nicht so gut gehen. Was ich nachvollziehen konnte.
Das hatte dann zur Folge, dass ich nicht permanent mit Marie zu tun hatte. Gott sei dank, denn wann immer wir uns mal sahen, kamen giftige Bemerkungen von ihr. Sie schien von dem Gedanken besessen zu sein, dass ihre arme unschuldige Schwester von mir schlecht behandelt worden wäre. Komischerweise ritt sie auf der Geschichte mit mir in ihrem Bett nicht so sehr herum.

Die ersten drei Stunden meiner Schicht war ich ja mit Dieter alleine im Laden, denn Marie kam ja immer erst um dreizehn Uhr. Das hieß also, dass das Arbeiten vormittags weitaus angenehmer war.
Nach vier Wochen hatte sich auch eine gewisse Routine eingestellt, die meine anfängliche Nervosität bald abgelöst hatte. Mit der Sicherheit, wo was zu finden war und dem Wissen, wie die Kasse und der Computer funktionierten, wurde ich selbst auch sicherer und konnte diese Selbstsicherheit auf den Umgang mit Kunden übertragen.
Vor ein paar Tagen war eine Frau hereingekommen, die Käpt’n Blaubär ausleihen wollte und mir war sofort klar, dass sie sich in der Tür geirrt hatte, denn bei mir gab es eher weniger Kinderfilme.
“Welchen Film wollen Sie denn haben?” hatte ich sie freundlich gefragt.
“Wieso? Gibt es mehrere Teile davon?” fragte sie zurück.
“Nein, aber es gibt auch einen Porno mit dem Titel Captain Blaubär und da wollte ich sichergehen, ob sie den haben wollen oder den Kinderfilm.”
“Nein nein, schon den Kinderfilm.” sagte sie hektisch.
“Kein Problem. Aber seien Sie doch so freundlich und gehen draußen einfach eine Tür weiter rechts wieder rein und fragen Sie da nach Dieter. Der hilft Ihnen weiter.”
Ihr zunächst verwirrter Blick schwand, als Sie die Filme und Magazine sah, die rechts und links von ihr in den Regalen aufgestapelt lagen. Da hatte sie verstanden, was ich meinte und ging amüsiert über ihren Fehler, den sie mit Sicherheit in ihrem ganzen Bekanntenkreis breittreten würde, wieder hinaus.
Ein anderes Mal hatte sich mein Ex-Mathelehrer Klosterschülerinnen Teil 7, für reine Studienzwecke, wie er mir mit rotem Kopf versicherte, ausgeliehen.
Ich hatte so getan, als hätte ich ihm geglaubt.
Alles in allem war es irgendwie ein gutes Gefühl, hier zu stehen und zu spüren, dass man die Kontrolle hatte, eine Art Verantwortung. In der Werbebranche hatte ich selbst eher weniger Kontakt zu Kunden selbst gehabt, gerade weil ich nur Azubi gewesen war. Hier war das anders. Hier hatte ich direkten Menschenkontakt, was überaus interessant sein konnte. Zumindest, wenn Kunden im Laden waren, was auch nicht permanent der Fall war. Dann hatte ich auch Verwaltungsarbeit zu verrichten. Während normale Filme einzeln und auf Bestellung, die man immerhin vier Wochen vorher schon abgeben musste, kamen, wurden Pornos gleich Kartonweise geliefert, was für mich gleich immer einen Batzen Arbeit bedeutete.
Gerade war ich dabei, die Bestandsliste im Computer zu aktualisieren, als ich aus den Augenwinkeln sah, wie ein Teenager den Laden betrat. Er trug eine Armeejacke, eine umgedrehte Baseballkappe und ausgetretene Turnschuhe. Außerdem hatte er Pickel und dunklen Flaum unter der Nase. Könnte aber auch Dreck gewesen sein. Der junge Schlacks kam zum Tresen gelatscht und sprach mich an, ohne mich vorher zu begrüßen. Verdammte verzogene Jugend!
“Ich will hier was ausleihen.” sagte er unverblümt.
“Ja, kein Problem.” antwortete ich ihm. “Du zeigst mir Deinen Ausweis, in dem steht, dass Du fünf Jahre älter bist als Du aussiehst und schon bist Du drin in dem Club!”
Einen kurzen Moment zögerte er.
“Den Ausweis hab ich vergessen.” sagte er dann.
“Och, hast Du vergessen, ja? Also irgendwie bist Du ja ein Herzchen.”
Sicherlich hatte er diese Tour schon in anderen Videotheken versucht und war immer gescheitert, aber versuchen wollte er es auch bei mir. So wie Hinnaak und ich mit vierzehn Jahren ein paar Mal versucht hatten, im Supermarkt eine Flasche Sauren zu kaufen. Hatten wir auch nie geschafft, trotzdem hatten wir es ein paar Mal versucht.
Der Bengel verzog sein Gesicht und schob wortlos ab.
Das gefiel mir. Ausweis vergessen! Da musste er bei mir aber schon früher aufstehen. Sogar ich hatte damals schon mit diesem Trick keinen Hund hinterm Ofen mehr hervorgelockt. Deshalb war ich noch einen Schritt weitergegangen und hatte mit Hilfe einer ausgeschnittenen Steuermarke von einer Zigarettenschachtel meinen Personalausweis gefälscht. Sah ziemlich echt aus, wenn man den Ausweis nicht gegen das Licht drehte, denn dann konnte man es anhand der Reflektion auf der glatten Oberfläche erkennen.
Aber es hatte immer funktioniert und somit hielt auch Dieter mich heute noch für zwei Jahre älter, als ich wirklich war, denn ihm die Wahrheit zu sagen hatte ich mich bis heute nicht getraut.
Außerdem war es eh Hinnaaks Idee gewesen und nicht meine!

Irgendwann am Nachmittag meines letzten Tages kam Dieter nach hinten.
“Na, mein Guter, wie sieht’s aus?”
“Alles bestens Dieter, Null Problemo.”
“Schön zu hören. Ich wollte Dir noch mal sagen, dass es mich gefreut hat, mit Dir zusammen zu arbeiten. Du bist eine zuverlässige, ordentliche Arbeitskraft. So was hab ich nicht jeden Tag hier.”
“Danke, Dieter. War für mich auch ein schönes Erlebnis.” Wenn man Marie außen vor ließ, meinte ich.
“Die vier Wochen sind ja jetzt rum.” sagte Dieter. “Aber ich fürchte, ich brauche Dich noch am Montag bei der Autogrammstunde. Da wird hier nämlich viel los sein.”
“Kein Problem. Mach ich gern.”
“Super, Mick. Dann regeln wir die Bezahlung auch gleich am Montag.” sagte Dieter und verschwand, weil er die Türglocke vorne im Laden gehört hatte, wieder aus dem Raum.
Mist! Geld erst am Montag. Das hieß, noch das ganze Wochenende ohne saubere Wäsche. Das würde schwer zu ertragen sein, es sei denn, ich würde nur im Bett rumliegen und mir Star Trek-Videos reinziehen.
Kein Problem, Dieter. Mach ich gern, Dieter.” hörte ich eine bekannte sarkastische Stimme sagen. “Klar, schließlich kommt eine dieser Pornoschlampen. Das darfst Du ja nicht verpassen, was?”
Marie war durch den Vorhang gekommen und hatte den Rest meiner Unterhaltung mit Dieter offenbar mitbekommen.
“Du schon wieder.” sagte ich. “Du bist ja lästiger als Jar Jar Binks.”
“Wirst Du Dir irgendein Körperteil von ihr signieren lassen, wenn der Name ganz draufpassen würde?”
“Er würde ganz draufpassen.”
“Bist Du Dir da wirklich sicher?”
“Na klar. Siehst du es denn nicht?”
“Was soll ich sehen?”
Mir steht er schon, der Höllenpfahl, der jeder Jungfrau wird zur Qual.” zitierte ich eine Zeile aus einem Zeichentrickporno, den Hinnaak mich mal gezwungen hatte anzugucken, und den er einfach zum ablachen geil fand. Diesen beschissenen Satz kriegte ich seitdem nicht mehr aus meinem Kopf heraus.
“Nein, davon kann ich wirklich nichts sehen.” meinte sie.
“Du brauchst wohl eine Brille, was?”
“Nein, ich glaube, es liegt viel eher daran, dass Deine ganze Hose schon steif ist.”
“Hä?”
“Außerdem hat Dein Shirt einen gelben Kragen. Wäschst Du Deine Sachen eigentlich nie? Du müffelst schon wie ein nasser Hund.”
Wie vor den Kopf gestoßen starrte ich ihr nach, während sie aus dem Raum rauschte und mich wie eigentlich immer mit offenem Mund zurückließ.
Dass ich meine Kleider seit geraumer Zeit nicht mehr waschen konnte, hatte ich versucht zu kaschieren, in dem ich sämtliche Sachen trug, die ich im Schrank hatte, sie pfleglich behandelte, Anstrengungen vermied und so selten wie möglich meine Outfits wiederholte.
Marie hatte es trotzdem bemerkt.
Kacke.
Den Rest des Arbeitstages hatte ich ziemlich miese Laune.

Wie so oft, wenn ich gerade ein gutes Buch zu fassen hatte, freute ich mich darauf, es weiterlesen zu können. So war es auch mit dem neuen Hammerbuch, dass ich am Vortag auf dem Weg nach Hause gekauft hatte.
Wenn es abends in der Wohnung ruhig war, verkroch ich mich in meinen Fernsehsessel, der dann zum Lesesessel mutierte und verschlang Seite um Seite, bis entweder der Dritte Mann nach Hause oder Hinnaak angepoltert kam. Je nachdem, was zuerst passierte.
Heute passierte die zweite von beiden Möglichkeiten, allerdings kam Hinnaak heute bedeutend leiser nach Hause als sonst.
Er kam ins Wohnzimmer getrottet, deprimiert und geknickt wie Napoleon nach Waterloo.
“Was los?” fragte ich, ein wenig ärgerlich darüber, beim Lesen gestört zu werden.
“Die haben mir meine Filme weggenommen.” erwiderte Hinnaak traurig.
“Wer?” fragte ich.
“Die Bullen.”
“Könntest Du das vielleicht etwas ausschweifender berichten?” fragte ich genervt. “Was für Bullen haben Dir welche Filme weggenommen?”
“Ich wollte ein paar meiner Filme verkaufen und das hat den Bullen nicht gepasst. Die haben mir was erzählt vom Strafgesetzbuch und haben mir meine Filme weggenommen.” erzählte er lustlos.
Als er sah, dass ich mit dieser Erklärung noch nicht zufrieden war, fügte er hinzu:
“Ich wollte auf dem Flohmarkt heute ein paar Videos verkaufen, okay? Zuerst hatte ich deswegen eine Streiterei mit so einem Typen, der aussah wie Stratos über irgendeine Genehmigung, die ich nicht hatte. Dann hab ich meinen Stand halt außerhalb des Flohmarktes aufgebaut. War auch besser, direkt an der Fußgängerzone. Da sind viele Leute langgekommen. Aber eben leider auch zwei Polizisten und die haben mir dann wegen irgendwelcher engstirniger Gesetze die Hölle heiß gemacht.”
“Was gab es denn für ein Problem?” versuchte ich, die Geschichte abzukürzen. Eigentlich wollte ich mein Buch lesen. “Filme zu verkaufen ist doch nicht verboten, soweit ich weiß.”
“Pornofilme aber schon. Scheinbar.”
Schluck schluck.
Stille machte sich im Raum breit.
Aus der Küche konnte man leise den Kühlschrank brummen hören und die Uhr an der Wand gab tickende Geräusche von sich; ansonsten war in diesem kurzen Universum der Zeit, das der Schock dieser Information darstellte, kein Geräusch und keine weitere Sinneswahrnehmung für mich existent.
Der Hofstaat fiel in einen hundertjährigen Schlaf, das Vieh schlief im Stall, und sogar die Fliegen an der Wand.
Äonen verstrichen in einem Wirbel zentrierter Gedanken und fokussierter Momente und erst gewaltig aufgeblähte Ewigkeiten später ließ das schräg einfallende Sonnenlicht des entschwindenden Tages mich Staubpartikel in der Luft erkennen, die mich an mein von meiner Mutter anerzogenes Sauberkeitsbewusstsein erinnerten.
Der Buchumschlag, den ich in meiner Hand hielt, wurde schon schweißig.
Hatte er echt versucht, Pornofilme zu verkaufen?
Kann nicht sein.
Oder doch?
Nein.
Wirklich nicht?
So blöd ist doch keiner.
Vielleicht Homer Simpson?
Nicht mal jemand, der sein halbes Gehirn durch irgendeine schreckliche Kriegsverletzung oder durch ein verbotenes unmenschliches Experiment eines verrückten Wissenschaftlers in Gotham City eingebüßt hatte, könnte so blöd sein.
Aber er ist Hinnaak.


“Ich kann das einfach nicht glauben.” hörte ich mich sagen. “Das verdient einen Eintrag ins Guinnessbuch der Rekorde als die dümmste Idee der Welt!”
“Ach, wieso?” erwiderte Hinnaak gereizt. “Wie wolltest Du denn das Geld auftreiben, hä? Durch ein bisschen Arbeit in der Videothek? Das wird doch im Leben nicht reichen.”
“Du Idiot, heute war mein letzter Tag. Das Geld kriege ich am Montag, da helfe ich Dieter noch mal aus und es wird für die Waschmaschine reichen!”
Bei dem Gedanken wurde mir klar, dass ich keine frische Unterwäsche mehr hatte und ich übers Wochenende dieselbe Unterhose würde tragen müssen.
Außerdem ging mir nicht mehr aus dem Kopf, was Marie über meine Klamotten gesagt hatte. Nicht, dass das irgendwie von Wichtigkeit war, was sie zu sagen hatte…
“Na toll, wozu reiß ich mir dann den Arsch auf?” fragte Hinnaak entrüstet.
“Arsch aufreißen nennst Du das? Hast doch eh abgekackt!”
“All die Mühe umsonst.” schmollte er.
“Saudämlich Idee, wenn Du mich fragst.” meinte ich, nahm mein Buch in die andere Hand und stand auf.
“Wo rennst denn Du jetzt hin?” fragte Hinnaak mir hinterher.
“Ich bring ein paar Sachen in die Wäscherei. Hab kein Bock zu warten, bis wir die neue Waschmaschine kriegen, das dauert mir zu lange.”
“Wieso?”
Mit einem zynischen Grinsen wandte ich mich um.
“Das war klar, dass Du das fragst. Du wechselst Deine Sachen ja seltener als der Weihnachtsmann. Das einzige, was Du in Schuss hältst, ist Dein komisches Supermankostüm.”
“Ich halt noch was anderes bei mir in Schuss, das kann ich Dir sagen. Außerdem: Wo willst Du denn hingehen? Es ist Samstagabend und schon nach Achtzehn Uhr. Normale Leute bereiten sich auf irgendeine Party vor und bringen keine Wäsche in irgendeine Reinigung.”
“Meinst Du so normale, verblödete, allesfickende Pornofreaks wie Dich? Dazu zähle ich mich ja nicht, wie Du weißt. Außerdem gehe ich in keine Reinigung, sondern in einen Waschsalon. An der Hauptstraße ist einer. Da bin ich schon oft dran vorbeigekommen. Der hat 24 Stunden geöffnet. Ich schnapp mir jetzt einfach einen Sack und stopf da ein paar Sachen rein, die dringend eine Wäsche nötig haben. Der Dritte Mann hat auch ein paar Sachen im Wäschekorb, die nehm ich mit. Du hast wahrscheinlich noch genug saubere Wäsche, vermute ich mal. Und das, obwohl Deine Garderobe grade mal halb so groß ist wie meine, wenn das mal ausreicht.”
“Aber Du hast kein Supermankostüm!”

Es kam mir ein bisschen so vor, als würde sich mein Leben gerade in einem radikalen Umbruch befinden. Erst hatte ich wieder regelmäßig gearbeitet und jetzt war es für mich ein annehmbarer Gedanke, meine Wäsche in eine fremde Waschmaschine zu stopfen. Und das nur, weil Marie meinte…
Nein, Quatsch, ich fühlte mich ganz einfach nur unwohl in meinen schmuddeligen Sachen!
Einen großen Leinenbeutel hatte ich schnell vollgestopft. Dann noch ein bisschen Geld eingesteckt, meine Lederjacke übergezogen und los ging’s.
Draußen war es schon dunkel und kühl, als ich mir den Beutel über die Schulter schwang und einhändig lenkend meinen Panzer zur Wäscherei steuerte.

Es war doch etwas weiter, als ich es in Erinnerung hatte. Es war bereits dunkel und alles andere als warm. Wahrscheinlich wurde es langsam Zeit, dass ich meine Winterjacke aus dem Schrank holte und die Lederjacke im selbigen einmotten musste. Wir sehen uns im nächsten Frühling, Chili Palmers Jacke.
Mit dem Beutel über der rechten Schulter radelte ich durch die Fußgängerzone, deren Bürgersteig durch die Nachtbeleuchtung der Geschäfte bruchstückhaft erhellt wurde. So schön ich die Einkaufstraße meiner kleinen Stadt auch fand, manchmal war es auch ärgerlich, dass nach 18:00 Uhr hier tote Hose war und die Bürgersteige hochgeklappt wurden.
Da hätte ich vielleicht doch lieber lesen sollen, dachte ich wehmütig. Verdammt spannend, das Buch.
Andererseits war ich auch gespannt, wie die Waschmaschinen funktionieren würden. Hatte ich vorher noch nie gemacht. Eigentlich verwunderlich, dass es in meiner kleinen Stadt eine 24-Stunden-Wäscherei gab.
Diese kleine Stadt überraschte mich immer wieder, wie zum Beispiel mit La Vita È Bella, das ich vorher nie gesehen hatte, bis diese Janine es mir zeigte. Aber an sie wollte ich lieber nicht denken. Gemächlichen Tempos fuhr ich an der kleinen Querstraße vorbei, in der sich das Lokal befand. Ob es noch geöffnet hatte?
Ein kalter Wind fegte über die Hauptstraße und ich war froh, dass ich aus der kühlen Abendluft herauskam, als ich die menschenleere Wäscherei betrat. Den Panzer hatte ich draußen angekettet.
Von Neonröhren hell erstrahlt, reihten sich Waschmaschinen aneinander, die man nach dem Einwurf von Münzen einschalten konnte. Davor standen Sitzbänke, auf denen man die Waschzeit mit lesen oder in die Luft gucken verbringen konnte.
Hätte ich also mein Buch mitbringen können! Dass ich daran nicht gedacht hatte!
Über einem Tisch, auf dem man Wäschekörbe abstellen konnte, hing ein Automat, von dem man nach Münzeinwurf Waschmittel beziehen konnte und da ich blöderweise auch daran nicht gedacht hatte, musste ich wohl oder übel noch etwas mehr Geld investieren, um hier mit sauberer Wäsche wieder rauszukommen.
Gerade, als ich mir ein Päckchen No-name-Waschpulver aus dem Automaten geholt hatte, hörte ich, wie jemand die Wäscherei betrat. Weil ich hier nicht unbedingt mit fremden Leuten reden wollte, kümmerte ich mich schnell um meine Wäsche, schüttelte sie aus dem Sack, stopfte sie in die nächstgelegene Maschine und füllte das Waschmittel in das dafür vorgesehene Fach. Dann warf ich die erforderlichen Schmiergelder ein und stand dann ein bisschen verunsichert vor der Maschine, weil ich nicht wusste, wie ich sie einschalten konnte. Von den Drehschaltern und Knöpfen her sah sie ganz anders aus, als unsere alte, die nunmehr schon vor vier Wochen die Augen zugemacht hatte.
Kann ja nicht so verkehrt sein, dachte ich mir und stellte die Maschine auf Programm C ein, als sich eine Person von rechts an mich heranschob und mit mir bekannter Stimme sagte:
“Hab ich doch richtig gerochen.”
Ich zuckte zusammen, als ich sah, wer mich ausgerechnet hier und in dieser Situation erwischt hatte und jetzt neutral lächelnd vor mir stand.
“Hallo.” sagte ich peinlich berührt.
“Na Du?” sagte Marie. “Hast Dich also entschlossen, doch mal Deine Sachen zu waschen, was?”
“Wie Du siehst.” antwortete ich und fand die Antwort ziemlich dämlich.
“Woran liegt’s?” fragte sie. “Oh, Moment. Wenn diese Pornotussi Montag da ist willst Du gepflegt aussehen, stimmt’s?”
“Du merkst auch alles.” sagte ich sarkastisch.
“Ich sehe auch alles.” meinte sie und deutete auf die Waschmaschine, bei der ich vergessen hatte, die Temperatur einzustellen. Sie griff nach dem Drehschalter und stellte ihn auf 60 Grad.
“Oder willst Du Deine Feinripps lieber kochen?” fragte sie bittersüß.
“Nicht nötig. Da drin wird nie was Schmutziges verpackt.”
“Du meinst wohl eher, nicht genug, was Schmutz machen könnte.”
“Vergleich meine Unterhosen nicht mit Deinen BHs.” sagte ich und war überzeugt, damit einen Treffer bei dem Schwertmeister gelandet zu haben.
“Was vom Material her schon nicht geht, oder sind Deine Unterhosen aus 100 % Lycra Spandex?” konterte sie geschickt.
An sie war echt schwer heranzukommen. Triumphierend sah sie mich an, während ich mit der Waschmaschine im Rücken dastand und überlegte. Ich wusste, mir blieben lediglich ein paar Sekunden, dem Schwertmeister zu kontern, ehe sie den Sieg mal wieder für sich beanspruchen würde. Aber leider war ich wirklich wie Guybrush Threepwood und mir fiel nichts mehr ein. Also sagte ich das, was Guybrush Threepwood in einer solchen Situation immer sagte:
“Ich schaudere, ich schaudere.” und wandte mich damit ab, um die Klappe der Waschmaschine zu schließen und den Waschgang zu starten, in dem Glauben, dass die Situation vorbei war und Marie ein weiteres Wortgefecht gewonnen hatte. Aber sie stand nur da und dachte nach.
“Du kämpfst wie ein dummer Bauer.” sagte sie plötzlich.
Ich zuckte leicht zusammen. Schlagartig erinnerte ich mich an diesen Satz aus dem Spiel. Aber das konnte sie doch unmöglich kennen!
Oder doch? Die Jungs von Burg Schreckenstein hatte sie ja auch gekannt. Aber das eine waren Bücher oder Hörspielkassetten und das hier war ein Computerspiel.
Vorsichtig versuchte ich das auszutesten.
“Wie passend. Du kämpfst wie eine Kuh.” antwortete ich und war gespannt auf ihre Reaktion.
Sie fing leicht an zu lächeln und wich einen Schritt zurück. Genau wie der Schwertmeister.
“Ich kenne einige Affen, die haben mehr drauf als Du.” zitierte sie den nächsten Satz aus dem Spiel.
“Aha, Du warst also beim letzten Familientreffen.” sagte ich und musste grinsen. Während sie einen weiteren Schritt zurückwich, ging ich einen vor.
“Dein Schwert hat schon bessere Zeiten gesehen.” sagte sie.
“Und Du wirst die rostige Klinge nie wiedersehen.”
Sie ging noch einen Schritt zurück und kam der Wand hinter ihr immer näher. Während ich ihr folgte dachte ich: Im echten Spiel hätte ich nach drei Antworten gewonnen und würde jetzt Dein T-Shirt kriegen.
“Niemand wird mich verlieren sehen, Du auch nicht.”
“Du kannst so schnell davonlaufen?”
Noch ein Schritt.
“Mein Schwert wird Dich durchbohren wie ein Schaschlik.”
“Dann mach nicht damit rum wie ein Staubwedel.”
Und noch einer. Jetzt hatte sie fast die Wand erreicht.
“Meine Narbe im Gesicht stammt aus einem harten Kampf.” sagte sie lächelnd. Dieses Lächeln brachte mich fast um den Verstand, trotzdem erinnerte ich mich noch an die passende Antwort:
“Aha, mal wieder in der Nase gebohrt, wie?”
Sie lachte und ging einen weiteren Schritt zurück, während ich ihr folgte.
“Mit meinem Taschentuch werde ich Dein Blut aufwischen.”
“Also hast Du doch den Job als Putze gekriegt.”
Jetzt berührte sie mit ihrem Rücken die Wand und ich stand direkt vor ihr.
“Wer wagt es, sich dem Schwertmeister ohne Genehmigung zu nähern? Denn ich habe Dir keine Genehmigung erteilt.” sagte sie, während sich unsere Nasen fast berührten.
“Ich bin Guybrush Threepwood, ein mächtiger Pirat.” sagte ich und fügte fast flüsternd hinzu: “Und Du bist des Todes.”
Dieser Moment glich allen Momenten in allen Filmen oder Büchern mit schnulzig-romantischen Situationen. Der Magic Moment.
Ob Lois Lane und Superman, Clark Gable und Ingrid Bergmann, Richard Gere und Julia Roberts oder Roland Deschain und Susan Delgado. Nur nicht Donald Duck und Daisy.
Der Moment an den sich zwei Menschen tief in die Augen schauen und sich dann küssen, hinterlegt mit leiernder Musik.
Nur wir küssten uns nicht. Ich war zu aufgeregt und zu schüchtern. Marie war selbst in dem kalten Neonlicht schön wie die strahlende Korona einer Sonne, zum Greifen nah und doch Milliarden Lichtjahre entfernt. Diese Entfernung zu überwinden, hieße, sich freiwillig verglühen zu lassen. Verlockend und vernichtend zugleich.
Und Marie traute sich scheinbar auch nicht. Oder sie wollte mich gar nicht küssen.
Wir standen uns gegenüber. Die rumorende Waschmaschine spielte unsere romantische Musik und unser Sternenlicht bestand aus einem Dutzend Leuchtstoffröhren, die fahles Licht gleichmäßig im Raum verteilten und die stillen Waschmaschinen in ihrem Schlaf glänzen ließen.
Und wie von Geisterhand drehten wir uns im selben Moment zur Seite weg und sahen aneinander vorbei.
Ein Magic Moment.
Vorbei, verschwendet, verdorben. Gestorben wie eine Rose, die inmitten eines Dornengestrüpps für Sekunden erblüht und ohne dass eine Menschenseele sie hatte sehen können, zu einem degenerierten Überbleibsel ohne jegliche Attraktivität verkümmert war.
Dieser vergeudete Moment hinterließ in mir ein schales Gefühl der Leere. Eine verpasste Chance, ein bisschen ähnlich dem Gefühl, das ich damals hatte, als ich um ein Haar ein Autogramm von David Hasselhoff bekommen hätte.
Außerdem war mir die ganze Situation auch ein bisschen peinlich und es kam mir albern vor, dass sich zwei erwachsene Leute Sätze aus einem alten Videospiel mit Pixelgrafik aus den 80er Jahren an den Kopf warfen.
Wahrscheinlich dachte sie in diesem Moment das gleiche, denn ohne ein weiteres Wort zu sagen wandte sie sich ihrem Wäschekorb zu und fing an, alte Liebestöter in eine Waschmaschine zu stopfen.
Um Gotteswillen, ich hoffe, die trägt sie nicht selber! dachte ich.
Nach einer Weile bemerkte sie, wie ich sie blöd angaffte und prustete los vor Lachen.
“Du glaubst doch nicht im Ernst, dass das meine Wäsche ist, oder?”
“Äh, ich weiß nicht.” sagte ich. “Wenn Du so was bequem findest?”
Sie lachte herzhaft.
“Du bist echt einer!” sagte sie, schloss die Klappe und schaltete die Maschine ein.
Durch das einsetzende Getöse wusste ich nicht, was ich sagen sollte und blieb stumm.
Ich war also echt einer! Verdammt, ich fühlte mich geschmeichelt.
Marie und ich gingen zu einer Sitzgruppe, nah beim Schaufenster, etwas von den Waschmaschinen entfernt und setzten uns hin.
“Hast Du diesen riesigen Wäschesack zu Fuß hierher geschleppt?” fragte sie. “Hast Du kein Auto?”
“Nein, ich habe nicht einmal einen Führerschein.”
Sich guckte mich überrascht an.
“Aber Du bist doch ein Mann, oder nicht?”
“Heute Morgen waren die Great Balls of Fire noch da wo sie hingehören, wieso?”
“Schon ungewöhnlich, ein Mann ohne Führerschein. Sonst sind doch immer alle Männer ganz geil auf den Führerschein und auf Autos!”
“Nicht dieser Mann. Ich wohn ja auch sehr zentral, da brauch ich kein Auto.”
Damit verfielen wir wieder in Schweigen, das Marie kurze Zeit später wieder brach.
“Also, wegen dieser Wäsche.” fing sie an. “Ich mache zur Zeit ein soziales Jahr und da betreue ich auch alte Leutchen, die nicht mehr so gut zu Fuß sind aber noch zu Hause wohnen bleiben wollen. Für manche kaufe ich ein und helfe denen im Haushalt und für eine alte Frau bringe ich immer deren Wäsche hierher.”
“Ach so.” sagte ich und lehnte mich in dem unbequemen Plastikstuhl zurück. “Hätte ja sein können, dass Du auch so was trägst.”
“Und wenn es so wäre?”
“Ist mir wurscht. Die Unterwäsche von Frauen ist mir ziemlich egal.”
“Natürlich!” sagte sie sarkastisch.
“Ja wirklich! Ich sag immer Hauptsache nackt.”
“Das passt zu Dir.” lachte sie.
Mein Lächeln verschwand aus meinen Mundwinkeln.
“Du denkst wohl, ich bin ein allesfickender Pavian, oder?”
“Na ja, Du bist ein Mann.”
“Ich hab kein Auto.”
“Aber Du hast trotzdem die Great Balls of Fire.”
Mist. Dieser Satz war ein echter Bumerang.
“Richtig, trotzdem muss ich nicht jede Tussi mitnehmen, die irgendwo an einer roten Ampel steht. Und ich halte auch nichts von One-Night-Stands.”
“Zählt mein Bett da auch zu?” fragte sie schnippisch.
Scheiße. Faux pas Nummer Zwei in gerade mal fünf Sekunden. Neuer Bundesligarekord!
Peinlich berührt kratzte ich mich am Kopf und druckste herum.
“Weißt Du, die Geschichte ist mir ziemlich unangenehm, das wollte ich Dir schon lange mal sagen.”
Wie mir ja schon früher aufgefallen war, hatte Marie mir diese Geschichte noch weniger persönlich vorgeworfen, als die Entführung des Lindberg-Babys, was mich immer ein bisschen gewundert hatte. Allerdings hatte ich niemals mit dieser Reaktion gerechnet, wenn ich sie sogar direkt darauf ansprach.
“Ist nicht so schlimm.” sagte sie und lächelte versöhnlich. “Zuerst war ich ganz schön sauer auf Dich, aber hinterher hab ich gedacht, dass es vielleicht gar nicht so schlecht war, dass Du da warst. Wer weiß, was passiert wäre, wenn uns niemand gestört hätte.”
“Was denn passiert?”
“Na ja, mein Freund hatte schon seinen Grund, mit mir in meinem Zimmer allein sein zu wollen.”
Durch einen dichten Schleier von verworrenen Eindrücken und Sinneswahrnehmungen versuchte ich mich an die Situation zu erinnern, bekam aber kein Gesicht zustande. Mir war aber klar, dass jeder, den Marie mit auf ihr Zimmer nahm, ein glücklicher Mann sein musste, auch wenn mir ihre Antwort den Eindruck vermittelte, dass sie mit ihrem nicht hätte ins Bett gehen wollen. Zumindest im Nachhinein.
“Bist Du eigentlich Montag auch dabei, wenn Sabrina Saberhagen bei Dieter die Autogrammstunde gibt?” fragte ich Marie.
“Nein, ich hab keine Zeit. Ich muss ein Seminar über Erste Hilfe besuchen.”
“Du machst also ein freiwilliges soziales Jahr und verdienst Dir nebenbei ein paar Kröten bei Dieter dazu?”
“Na ja, ich kriege zwar Geld für meine soziale Arbeit, aber die Bezahlung ist nicht unbedingt sehr sozial und weil mein kleiner Turtle auch gefüttert werden muss, habe ich noch einen Nebenjob angenommen.”
“Was für ein kleiner Turtle?”
“Mein Auto. Ich nenne ihn Turtle, weil er klein und grün ist.”
“Und Eriks Auto nenne ich Johannes Heesters, weil es alt und klapperig ist aber trotzdem nicht kaputtgeht.”
Sie lachte und ich fing an, ihr Lachen zu mögen. Es zeigte alle ihre Zähne, die weiß, gleichmäßig und absolut perfekt waren.
“Und was machst Du so?” fragte sie und zum ersten Mal war es mir ansatzweise unangenehm, von meiner Arbeitslosigkeit zu sprechen.
“Ich mache im Moment gar nichts.” sagte ich und hätte gern etwas hinzugefügt, wie ich sehe mich nach Arbeit um oder leider finde ich keine Anstellung oder ich fang nächste Woche ein Praktikum im Weißen Haus an, aber das wäre alles gelogen gewesen und ich wollte Marie nicht belügen.
“Aber gelernt hast Du doch was, oder?” fragte sie und ich war heilfroh, von diesem heiklen Thema wegzukommen.
“Ich bin Werbekaufmann.” sagte ich.
“Werbekaufmann? Was macht denn da so?”
“Hauptsächlich geht es natürlich um Werbung, Reklame und Marketingvertrieb. Produktgenau abgestimmt auf die jeweilige Zielgruppe, also die potentiellen Käufer und Verbraucher, werden möglichst zielgenau Werbespots und -anzeigen entwickelt.”
“Hat Deine Firma irgendetwas Bekanntes entworfen? Du weißt schon, so was wie Die Milch macht’s, oder so?” fragte sie interessiert.
“Ja, eine Sache schon. Hast Du mal von Wasaki gehört?”
“Ach ja, meine Schwester war ganz verrückt nach dem Scheiß.”
Ich schmunzelte.
“Die Werbung war von mir.”
“Meinst Du etwa die mit den vier Gören auf dem alten Fabrikgelände?” fragte sie mit erstauntem Blick. “An die erinnere ich mich. Das Spielzeug war doch ein Riesenerfolg und ist es jetzt noch. Und warte mal ab, in zwanzig Jahren hat das Teil Kultstatus.” fügte sie begeistert hinzu.
Ich nickte bedächtig.
“Aber ich denke, Du warst Azubi zu der Zeit.” hakte sie nach.
“Ja, aber ich hatte eben die Idee.”
“Und wo steht Deine Villa?”
“Da gibt’s keine Villa. Das große Geld hat die Firma eingesackt. Ich bekam zum Dank ein Exemplar mit Unterschrift des Entwicklers. In Japan sollen die wohl sehr hoch angesehen sein.”
“Na, immerhin besser als nichts. Hat bestimmt ein Ehrenplatz in Deinem Regal, oder?”
“Nö, ist kaputt gegangen. Taugen auch nichts die Dinger. Kann man nicht mal aus dem Fenster schmeißen, ohne dass sie auseinanderfallen.”
Sie sah mich etwas verwirrt an und wollte irgendwie nicht von mir sprechen, weil mir alles an mir kacke und öde vorkam.
“Ist mir auch egal, ich häng nicht so an irdischen Gütern. Was hast Du eigentlich gelernt?
“Gar nichts!”
“Oh!”
Sie schmunzelte.
“Ich hab Abitur gemacht und will Kunstgeschichte studieren. Allerdings weiß ich noch nicht genau, wo. Vielleicht sogar in England.”
“Das ist weit weg.” sagte ich spontan.
“Ich weiß.”
Damit verstummten wir für eine Weile.
“Viele der besten Bluesgruppen kommen von daher.” sagte ich. “Und ein sehr guter Schriftsteller. Nick Hornby.”
“Den kenn ich.” sagte sie begeistert. “High Fidelity hab ich gelesen.”
“Das kennst Du?” fragte ich. “Ich hätte eher gedacht, das wäre ein Buch für Männer. Aber das dachte ich ja auch schon von den Jungs von Schreckenstein und von Monkey Island.”
Sie lachte herzlich.
“Ich bin als Kind schon auf die höchsten Bäume geklettert, wenn Du weißt, was ich meine. Und das Buch ist einfach genial, da ist es egal, ob der Leser jetzt männlich oder weiblich ist. Und die Ansammlungen verkorkster Beziehungen waren unheimlich lustig. Die eine oder andere könnte ich auch hinzufügen.”
“Wirklich?” fragte ich.
“Ich werde mich wohl demnächst von meinem Freund trennen. So richtig zusammen waren wir auch eigentlich nicht. Er war mir die ganze Zeit irgendwie zu merkwürdig. Deswegen meinte ich vorhin auch, dass es wahrscheinlich gut war, dass Du uns an dem Abend der Party gestört hast.”
Ich nickte und versuchte, mich an den Kerl zu erinnern, mit dem Marie zusammen war, als sie mich aus meinem Koma geschrien hatte. Aber da war nur Nebel.
“Hey, nichts für ungut.” sagte ich scherzhaft, sie blieb jedoch ernst.
“Er will mit mir in so ein Musical gehen. Da hat er bereits Karten für. Aber eigentlich habe ich dazu überhaupt keine Lust, obwohl ich Musicals mag.”
“Und warum willst Du nicht? Hört sich doch gut an.” meinte ich und stellte mir vor, wie es wohl ist, wenn man ständig zu irgendwelchen tollen Sachen eingeladen wird, einfach nur, weil man geil aussieht.
“Hört sich nicht gut an.” erwiderte sie. “Lieber heute als morgen würde ich mit ihm Schluss machen, aber die Karten waren nicht billig, sagt er.”
“Ja und?”
“Ich würde wahrscheinlich ein schlechtes Gewissen wegen der teuren Karten haben.”
“Du bist wohl einfach zu gutmütig.” sagte ich und erst im nächsten Augenblick wurde mir klar, was ich da sagte. Zu gutmütig? Hatte sie nicht in den letzten Wochen mir bei jeder Gelegenheit das Leben zur Hölle zu machen versucht?
“Und was ist mit Dir?” fragte sie.
“Was ist denn mit mir?” fragte ich zurück.
“Ich bin mir nicht ganz im Klaren darüber, was Du mit meiner Schwester hattest.”
“Ich hatte gar nichts mit Deiner Schwester!” sagte ich, etwas schroffer als ich wollte. Das Thema Gisela war für mich so erledigt wie vorletztes Weihnachten.
“Sie hat mir aber erzählt, dass Du was von ihr wolltest.”
“Da muss sie was falsch verstanden haben. Ich wollte und will bis heute nichts von Deiner Schwester. Ich liebe sie halt nicht.”
“Spielt das denn eine Rolle für Dich?” fragte Marie zu meiner Überraschung.
“Ja, aber sicher doch. Ohne Liebe geht gar nichts, so ist es halt. Klingt wieder ziemlich unmännlich, oder?”
“Sagen wir, für einen Mann untypisch.” meinte Marie.
“Womit wir schon wieder beim Thema One-night-stands wären.” grinste ich. Drehten wir uns hier im Kreis?
“Ich meine nur,” fuhr ich fort, “Sex ohne Liebe ist nichts weiter als Masturbation. Und da kann ich mir auch selbst einen runterholen.”
Sie nickte mit einem Ah-ich-verstehe-Gesichtsausdruck.
“Schon klar. Ich weiß, was Du meinst. Wenn Du eine Frau nicht liebst, willst Du auch nicht Deine Zeit vergeuden und Dir ihren Scheiß über GZSZ anhören, nur weil Dein Penis mehr zu sagen hat als Dein Gehirn.”
“Ja. Ja, genau.” sagte ich erleichtert.
“So machst Du wenigstens niemandem falsche Hoffnungen.” meinte sie. “Außer meiner Schwester natürlich.”
“Aber das war ich nicht.” beteuerte ich. Schon wieder dieses Thema, wir drehten uns wirklich im Kreis! “Das war Hinnaak. Ich meine Erik.”
“Hinnaak?”
“Das ist sein Spitzname.”
“Eriks Spitzname ist Hinnaak? Na ja, der scheint mir auch ein komischer Heiliger zu sein.”
“Ach, er ist ganz in Ordnung, wenn man ihn näher kennt.”

Wir unterhielten uns die ganze Zeit, in der die Maschinen arbeiteten. Und noch eine Weile darüber hinaus, während die Maschinen bereits fertig waren und sich nächtliche Stille um uns herum ausbreitete.
Hätte mir vor nur vierundzwanzig Stunden jemand gesagt, dass ich mich heute ausgerechnet mit Marie dermaßen gut würde unterhalten können, hätte ich ihm den Finger gezeigt und zur Strafe noch einen Tritt in den Hintern verpasst.
Irgendwann jedoch stand Marie auf und nahm ihre fertige Wäsche aus der Maschine und da musste ich das auch tun.
Wir hatten uns mehrere Stunden unterhalten und mein Bild von der zickigen, verbitterten, hässlichen alten Hexe im Körper einer Göttin war wie weggewischt.
“Also, ich riech Dich später.” sagte Marie und schulterte den Sack mit der Kleidung.
“Wenn nicht heute, dann morgen.” philosophierte ich und bedauerte, dass diese Unterhaltung jetzt offensichtlich zu Ende war.
Spontan stellte Marie sich auf die Zehenspitzen und gab mir einen Kuss auf die Wange.
“Dann bis morgen.” sagte sie leise, drehte sich um verließ die Wäscherei.
Ich stand da, mit einem halb gefüllten Kleidersack neben der offenen Waschmaschine und inmitten des Geruchs nach frischgewaschener Wäsche war ich wie betäubt von Maries Duft und ihrem Kuss, den sie mir so plötzlich und unerwartet gegeben hatte.
Meine Wahrnehmung der Zeit war in diesem Moment wie ausgeschaltet, darum vermag ich nicht mehr zu sagen, wie lange ich noch gebraucht hatte, um den Rest der Wäsche einzupacken und die Wäscherei zu verlassen, geschweige denn, wie lange ich für den Heimweg gebraucht habe.
Ich erinnere mich nur, dass das der Moment war, in dem ich mein Herz verloren und mich in Marie verliebt hatte, ganz egal, wie verblödet schnulzig das auch klingen mag.

Am Montag rannte ich mir die Hacken wund.
Von der Autogrammstunde selbst bekam ich nur wenig mit, weil ich entweder im Lager hinten war oder im normalen Geschäftsbereich. Nur konnte ich den Lärm der wartenden Leute hören. Die Autogrammstunde wurde da veranstaltet, wo sie hingehörte: In der Pornoecke. Normalerweise mein Terrain, heute wollte Dieter da selber walten.
Und da Marie, die ich den ganzen Sonntag über nicht hatte vergessen können, heute nicht zugegen war, blieb es meine Aufgabe, sowohl normale Kunden zu bedienen, als auch das Lager zu verwalten. Das ganze war eine schweißtreibende Angelegenheit, die mir verdeutlichte, warum Dieter Angestellte haben musste, auch wenn die Mattscheibe keine Karstadt-mäßige Ladenfläche hatte.
Hier vorne fand ich es bei weitem angenehmer zu Arbeiten. Weil hier viel mehr Leute reinkamen, die ich nicht sofort als Perverse abstempeln musste, sondern nur als Leute, die einfach einen Film sehen wollten.
Irgendwann, auf die Zeit hatte ich an diesem Tag gar nicht geachtet, weil ich entweder zu tun hatte oder mit meinen Gedanken woanders war, kam Dieter nach vorne. Nebenan war es wieder ruhig geworden.
“Danke für Deine Hilfe, Mick.” sagte er. “Ich feg hier noch aus und stell die Tische wieder weg. Dann hab ich heute nur noch die normale Kundschaft. Da reicht meine andere Aushilfe, die nachher kommt, locker aus.”
“Okay.” sagte ich. “Ich hab übrigens Deine Liste mit den Bestellungen abgeglichen. Zwei Filme waren doppelt drauf. Hab ich Dir markiert.”
“Danke Mick. Du bist mir in den letzten Wochen eine große Hilfe gewesen und Du kannst jederzeit wieder bei mir arbeiten, wenn Du willst. So einen Guten wie Dich kann ich immer gebrauchen. Übrigens war Dein Mitbewohner Erik vorhin auch hier. Er hat sich sehr angeregt unterhalten.”
“Mit Sabrina Saberhagen? Das kann ich mir vorstellen.”
“Nein, nicht mit ihr, mit ihrem Manager. Die Sabrina hat er nur kurz angesehen und sich ein Autogramm geben lassen.”
“Eigentlich hatte er gesagt, dass er einen Termin bei seinem Vater hätte. Da ist er bestimmt hinterher gleich hingegurkt. Dann hab ich zu Hause vielleicht meine Ruhe.”
“Übrigens hab ich durch den regen Verkauf der Saberhagen-Filme reichlich Bargeld in der Kasse.” meinte Dieter. “Macht es Dir was aus, wenn ich Dich bar bezahle?”
“Nein, kein Problem, Dieter.” sagte ich und zog meine Jacke an, während Dieter die Kasse öffnete und Scheine herauszählte.
“Sagen wir fünfhundert Euro, Mick. Ist das okay?”
“Das ist viel mehr, als ich erwartet habe. Vielen Dank, Dieter.”
“Keine Ursache, Mick. Es ist noch Sekt da. Willst Du einen Schluck?”
“Nein danke. Ich mach jetzt ne Socke.” sagte ich, steckte das dicke Bündel Geldscheine in die Hosentasche. “Wenn Superman Returns ankommt, will ich der erste sein, der ihn ausleiht, okay? Bis später, Dieter.”
Zufrieden verließ ich die Mattscheibe und freute mich darauf, auf dem Weg nach Hause beim Elektro-Höker vorbeizugehen, eine Waschmaschine auszusuchen, gleich das Geld dazulassen und dann zu Hause mein Buch zu lesen, während ich darauf wartete, dass die Waschmaschine geliefert und angeschlossen wurde. Mit etwas Glück würden die Leute auch gleich die alte mitnehmen und entsorgen. Vielleicht könnten die auch Hinnaak mitnehmen und entsorgen.
Mit der amüsanten Überlegung im Kopf, auf welcher Sonderdeponie man Hinnaak wohl endlagern müsste, kam ich an needful things vorbei, als mich völlig unverhofft aus dem Schaufenster der Traum meiner Kindheit ansprang.
Wie festbetoniert blieb ich stehen, als ich durch die Glasscheibe blickte. Eimerweise Blut schoss mir ins Gehirn, dass ich fürchtete, es drückt mir die Augen raus. Mit zitternden Knien lehnte ich mich mit beiden Händen an die Scheibe und in meinen Ohren rauschte es lauter als ein Nebelhorn.
Mein niederster Impuls in diesem Moment war, die Glasscheibe einzuschlagen und die bekackte Bundeslade da rauszuholen; das Goldene Vlies; den Heiligen Gral: Laser Light He-Man.
Da stand er. Der Held meiner Kindheit.
Auf einem schlichten Podest, angeleuchtet von einer profanen Glühbirne, als wäre er eine Eieruhr in Pinguinform und nicht der mächtigste Mann im ganzen Universum, Hüter und Bewahrer der Geheimnisse von Schloss Grayskull.
Die letzte Figur, die mir in meiner sonst vollständigen Sammlung fehlte. Seltener und gefragter als jede andere He-Man-Figur. Und sogar Originalverpackt!
Meine Augen suchten nach dem Preis, ich erwartete eine kollapstrillionenstellige Summe, fanden aber keinen.
Die musste ich haben, auch wenn ich dafür auf den Strich gehen müsste!
Meine Erinnerungen an diese Momente sind nur noch verschwommen, aber ich kann mich entsinnen, den Laden betreten und Madeleine nach dem Preis gefragt zu haben.
Madeleine hatte gemeint, die Figur wäre ein einmaliger Posten, so dass sie nicht wüsste, wie viel sie dafür verlangen könnte und der Preis deshalb Verhandlungssache wäre.
Den Geldbetrag in meiner Tasche nannte ich ihr mit einer Mischung aus Humor und Frust, weil mir der tatsächliche Wert dieser Figur natürlich durchaus bewusst gewesen war.
Als Madeleine aber sofort zugestimmt hatte, hätte ich sie beinahe geküsst.
Abgefahren, Mann. Absolut abgefahren!

*

“Das war ja ein aufregender Tag für Dich, mein Süßer.” sagte Monika gab ihrem Erik einen langen zärtlichen Kuss. “Dein Vater scheint ja auch ein netter zu sein.”
“Ist er.” nickte Erik. “Aber von meinem Gespräch mit Knut hab ich ihm noch nichts erzählt. Für heute hat er sich genug aufgeregt.”
“Wollen wir das noch feiern?” fragte Monika.
“Klar. Ich will nur noch schnell nach Hause und Mick die neuesten Nachrichten erzählen.”
“Ist er denn um diese Zeit da?”
“Müsste er eigentlich. Bestimmt sitzt er wieder in seinem Sessel und liest komische Bücher.”
“Was für komische Bücher?”
“Keine Ahnung. Hab ich jedenfalls noch nie von gehört.”

*

Schon auf dem Weg nach Hause mischte sich ein säuerlicher Nebengeschmack in meinen fanatischen Triumph, den ich aber vorerst hatte ignorieren können.
Das tat ich auch jetzt noch, als ich vor dem Glasschrank kniete und voller Stolz meine komplette Sammlung He-Man-Figuren betrachtete. Kaum zu fassen, dass ich nun tatsächlich alle jemals erhältlichen He-Man-Figuren besaß. He-Man, Prinz Adam, Battle Armor He-Man, Thunder Punch He-Man, New Adventure He-Man und die mir unbekannte Figur aus Amerika. Alle eingerahmt von den Masters of the Universe und in der Mitte, direkt vor dem offenen Tor von Castle Grayskull, saß mein neuer Laser Light He-Man auf Battle Cat und verteidigte das Schloss. Er, der mächtigste Mann des Universums.
Ich habe die Zauberkraft! schoss es mir mit kindlicher Begeisterung durch den Kopf.
Eine Weile hatte ich im Schrank die Anordnungen verändert, um dem neuen Star in meiner Sammlung den ehrenvollen Platz im Zentrum des Geschehens zuweisen zu können. Während ich das tat, hatte sich trotz der erregten Heiterkeit meine Euphorie etwas abgekühlt und ein dunkler Schatten fing an, sich auf meine gute Laune zu legen. Woher dieser Schatten kam und was er zu bedeuten hatte, konnte ich zu dem Zeitpunkt noch nicht sagen, weil ich trotz der nachlassenden begeisterten Verwirrung noch zu abgelenkt war durch meine spielerischen Bemühungen, dem Laser Light He-Man einen ehrenhaft angemessenen Platz zu schaffen. Ich hatte es kaum erwarten können, ihn auszupacken und auf den Geldwert des unbeschädigten Blisters zu scheißen. Mehr als alles andere wollte ich sein Schwert leuchten sehen. Und tatsächlich funktionierte die Originalbatterie noch, so dass ich fasziniert und mit offenem Mund dasaß und auf He-Mans hellgrün leuchtendes Zauberschwert starrte, bevor ich ihn auf Batte Cats Rücken setzte.
Als ich mich schließlich erhob, um das Gesamtwerk aus einer weiteren Entfernung zu betrachten, dachte ich daran, was für ein Glück es gewesen war, gerade jetzt bei Dieter gearbeitet zu haben. Ansonsten hätte ich für die Figur nie und nimmer das Geld gehabt.
Das Geld?
Oh Gott, ich hatte keine Waschmaschine gekauft!
Verdammt! Dafür war das Geld doch gedacht gewesen!
Endlos geschockt stand ich da und fasste mir an den Kopf.
Was sollte ich jetzt den anderen sagen? Die hatten auch ihren Teil dazu beigetragen. Na gut, Hinnaak einen ziemlich bescheuerten und da hatte er auch zurecht abgekackt, und der Dritte Mann hatte noch nichts von seiner Unternehmung verlauten lassen, aber beide hatten sich offensichtlich bemüht, das Geld für die Waschmaschine zu berappen.
Nun war ich erwartungsgemäß der einzige gewesen, der es wirklich geschafft hatte und ich hatte die Kohle für ein Spielzeug ausgegeben!
Für eine einzige Figur!
Mir wurde ganz anders, wenn ich darüber nachdachte. Nicht einmal Hinnaak würde das verstehen können.
Wie sollte ich das erklären?
Sollte ich lügen? Mir irgendwas ausdenken?
Bevor ich mich entscheiden konnte, hörte ich einen Schlüssel in der Wohnungstür.
Hinnaak bestimmt.
Hektisch sah ich mich um und erblickte mein Buch auf dem Couchtisch. Schnell setzte ich mich in den Sessel und versteckte mich hinter meinem Buch, während Hinnaak den Flur entlanggaloppiert kam. Auch wenn ich mich nicht darauf konzentrieren konnte, vielleicht würde es mir etwas Zeit verschaffen.
Mit dem Buch vor dem Gesicht, konnte ich nicht sehen, wie Hinnaak hereinstürzte, ich konnte es nur hören.
“Hey, Dörte, ich hab Sabrina Saberhagen getroffen, Mann!” kreischte Hinnaak begeistert. “Die sah aus wie in echt!”
“Ach ja?” fragte ich halb interessiert. “Wahrscheinlich war sie es auch echt.” Allmählich bekam ich richtig Magenschmerzen von meinem schlechten Gewissen.
“Stimmt, ich meinte, wie im Film sah sie aus. Aber das weißt Du natürlich. Ich hab aber auch mit Knut gesprochen, ihrem Manager. Er hat mir erzählt, sie veranstalten regelmäßig Castings und ich könnte mal vorbeikommen. Ist das nicht geil, Mann?!”
“Ja ja.” sagte ich hinter meinem Buch.
Hoffentlich dampfte er bald wieder ab, ohne mich auf die Waschmaschine oder meinen Job bei Dieter anzusprechen.
“Ey, hör doch mal zu, Mann.” rief er aufgebracht und riss mir das Buch weg. “Ich erzähl Dir grad vom größten Erfolg meines Lebens und Du liest ein bekacktes Kinderbuch! Was soll denn das für ein Scheiß sein?” Er sah sich den Einband an.
“Hast Du das vom Flohmarkt oder was? Das liest doch keine Sau außer Dir.” keifte er und warf Harry Potter und der Halbblutprinz mit einem Schwung aufs Sofa, wo es drei federnde Hopser machte und dann gefährlich nah bei der Kante liegen blieb.
Ich wollte protestieren, hielt mich aber lieber zurück, bei der Scheiße, die ich heute gebaut hatte.
“Doch doch, ich hör zu.” sagte ich. “Klingt interessant. Herzlichen Glückwunsch.”
“Danke, Mann.” meinte Hinnaak endlich zufrieden. “Ich geh jetzt mit Moni einen trinken.”
Damit drehte er sich um stapfte er wieder auf die Zimmertür zu, wie ich erleichtert beobachtete.
Jetzt würde ich etwas Zeit gewinnen, um über die Misere nachzudenken, in die ich mich hineingeschifft hatte.
Bevor er die Tür hinter sich zuwarf, drehte Hinnaak sich noch mal zu mir um und sagte:
“Ach, übrigens: Wir haben eine neue Waschmaschine. Hat mein Vater uns geschenkt. Bis bis dann dann.”


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