Der Weg zum Büro des fetten Kerls fing an, mich zu nerven. Dazu kam ein beschissen verregnetes Herbstwetter und ein scharfer Wind, der Fahrradfahren zu einer Tortur machte. Deshalb entschloss ich mich, Hinnaaks Fahrkünste in Anspruch zu nehmen. Das war zwar auch eine Tortur, aber wenigstens würde ich in Hinnaaks Auto größtenteils trocken bleiben.
Die Kassette steckte in der Jackentasche, als Hinnaak seine Gurke hochtourig vom Parkplatz fuhr. Sie befand sich in ihrer neuen und unzerkratzten Hülle, hatte einen sauberen weißen Aufkleber auf der A-Seite, der mit Pinheads Demotape und dem gestrigen Datum beschriftet war.
Auf der Fahrt dachte ich an Marie. Ich wollte gar nicht an sie denken, aber in den letzten Tagen war sie mir trotz der vielen stressigen Dinge, die zu erledigen gewesen waren, einfach nicht aus dem Kopf gegangen. Immer wieder war diese verzweifelte Sehnsucht in mir hochgestiegen und ein lähmender Schmerz wollte mein Herz zerreißen, so dass ich manchmal an Ort und Stelle am liebsten zusammengesunken wäre und mein Bewusstsein abgeschaltet hätte. Oder wenigstens meinen Emotionschip, so wie Data aus Star Trek. Wie passend, hat Captain Picard einmal zu ihm gesagt .
Davon sollte ich mich jetzt nicht ablenken lassen! Ich sollte mich viel lieber auf mein Vorhaben konzentrieren. Endlich das Okay für unsere Band zu kriegen, beim Talentwettbewerb dabei zu sein. Und mit dem verdammten Demotape wird der Klops sich ja wohl hoffentlich zufriedengeben.
Hinnaaks Karre röhrte durch die Dörfer, dass ich bald Angst bekam, die Polizei würde von irgendwo die Verfolgung aufnehmen. Da fiel mir etwas ein.
“Was ist eigentlich aus Deiner Strafanzeige geworden?” fragte ich.
Hinnaak zeigte stumm auf ein Schild, das er auf das Armaturenbrett geklebt hatte. Während der Fahrt nicht mit dem Fahrer sprechen stand darauf.
“Hör auf mit dem Scheiß.” sagte ich genervt. “Erzähl schon.”
“Welche Strafanzeige meinst Du denn?”
“Die wegen Singen in der Badewanne. Welche meine ich wohl, Du Genie?!”
“Ich bin ein Genie, aber kein Hellseher.”
“Wegen Deiner Pornoverkäufe auf dem Flohmarkt. Erinnerst Du Dich?”
“Ach das. Meinst Du, das wird weiter verfolgt? Ich hab eine schriftliche Verwarnung bekommen, dass ich das bitte künftig lassen soll und das war’s”.
“Das war’s?” fragte ich ungläubig.
“Das war’s.” wiederholte Hinnaak.
“Das war’s.” sagte ich verblüfft. “Wenn ich das gemacht hätte, wäre ich zwanzig Jahre in den Bau gekommen, aber der Herr hier kriegt noch eine Auszeichnung wegen kreativer Geschäftsideen. Bei soviel Schwein, das Du immer hast, solltest Du Buchmacher werden.”
“Hab ich schon überlegt. Aber Pornobücher verkaufen sich schlecht.” Während ich noch überlegte, ob er das jetzt ernst gemeint hatte oder nicht, fuhr er fort “Vielleicht schreib ich aber mal ein Drehbuch. Ich bin da nämlich an einer heißen Sache dran.”
Bevor ich fragen konnte, an was für einer heißen Sache er dran war, fuhr er auf den Parkplatz vor dem Bürogebäude von Breakthrough Entertainment und ich vergaß meine Frage.
“Warte im Wagen, Bonny.” sagte ich und stieg aus, ohne einen Protest von Hinnaak zu hören. Wahrscheinlich war er zu sehr damit beschäftigt, hinter den Sinn meines Spruchs zu kommen.
Die Sekretärin sah mich noch nicht einmal an, als ich ohne Kommentar an ihr vorbeimarschierte.
Diesmal bohrte der Dicke auch nicht in der Nase, sondern las in irgendwelchen Unterlagen, als ich seine Tür aufstieß.
“Da bist Du ja wieder.” sagte er höhnisch. “Hast mir gute Mucke mitgebracht, Kleiner?”
“Die Beste.” sagte ich und warf das Tape so auf den Tisch, dass es zwar ein bisschen rutschte aber nicht fest genug aufprallte, um provozierend zu wirken.
“Soll ich mal reinhören, ob ich was zum Lachen finde?”
“Wenn ich weg bin, können Sie machen, was Sie wollen. Aber erst möchte ich eine Bestätigung für Samstag haben.”
“Und die soll ich Dir jetzt geben oder was?”
“Aber sicher, darum bin ich doch hier.” Allmählich stank es mir, dass er mich ständig von oben herab behandelte.
“Also selbst, wenn ich wir jetzt mal annehmen, dass das Tape gut wäre und ich sage nicht, dass das so ist, muss ich erst mal wissen, wie Ihr live wirkt. In natura. Eure Ausstrahlung, ob Ihr vor Publikum auch was reißen könnt.”
“Was soll das heißen?” fragte ich entsetzt. “Wir haben schon live gespielt. Wollen Sie jetzt etwa Zeugenaussagen haben?”
“Wäre viel zu aufwendig.” winkte er ab. “Ein Videoclip bringt es auch. Schaff mir eins von Deiner Band her und wir sehen weiter.”
“Wollen Sie mich verarschen?” sagte ich sauer.
Er lächelte mich süffisant an. “Nein, so ist nun mal der übliche Ablauf.”
“Der Wettbewerb ist übermorgen!”
“Dann solltest Du Dich wohl besser beeilen.”
“Das ist doch nicht Ihr Ernst!”
“Doch, ist es. Bring mir einen Videoclip und ich setz Euch auf die Liste.”
Das war reine Schikane, soviel war jetzt sogar mir aufgegangen. Keine Ahnung, warum er mich so triezen musste. Wahrscheinlich, weil er es konnte. Doch aus der wütenden Hilflosigkeit, die ich verspürte, begann sich eine Überlegung herauszukristallisieren. So, als ob mein untergehender Verstand ums Überleben kämpft.
“Also, Kleiner. Bis morgen dann.” sagte er und winkte mich mit einer fetten Hand zur Tür hinaus. “Nimm ´s mir nicht übel, aber ich hab noch zu tun.”
Stinksauer marschierte ich zur Tür hinaus. Im Vorbeigehen sah ich aus den Augenwinkeln, dass seine Sekretärin ein spöttisches Grinsen aufgesetzt hatte. Ich blieb stehen und beugte mich über den Tisch, wobei meine Hand einen Fettfleck auf der Glasplatte hinterließ.
“Ihr dummes Grinsen wird Ihnen noch vergehen.” sagte ich leise mit vor Zorn bebender Stimme, drehte mich weg und ging hinaus.
“Wie bitte?!” rief sie hinter mir her, aber ich reagierte nicht mehr darauf.

Hinnaak stand an seine Karre gelehnt und rauchte.
“Seit wann rauchst Du nicht mehr im Auto?” fragte ich.
“Ich mag es, ans Auto gelehnt zu rauchen.” sagte er. “Dann sehe ich aus wie James Dean.”
“Es regnet in Strömen.” sagte ich und stieg ein. “Und Du würdest nicht mal wie James Dean aussehen, wenn Du James Dean wärest.”
“Das ging aber schnell da drin.” meinte Hinnaak, als er sich auf den Fahrersitz fallen ließ. “Hat er den Schwindel etwa bemerkt?”
“Nein, er hat sich das scheiß Tape nicht mal angehört!”
“Warum wollte er es denn haben?”
“Um uns zu verarschen, warum denn sonst?!” rief ich wütend. “Und jetzt will er einen Videoclip.”
“Einen was?” fragte Hinnaak, der seine Karre wieder auf die Straße lenkte.
“Ein Musikvideo. Von der Band. Und diesmal können wir ihm kein falsches anschleppen.”
“Wieso denn nicht? Der hat die Band doch noch nie gesehen.”
“Er sitzt aber auch im Komitee.” erklärte ich. “Und was bringt es, ihm ein falsches Video unterzujubeln, damit er es am Samstag merkt und uns vor Ort disqualifiziert?”
“Da hast Du auch Recht.” meinte Hinnaak betrübt. “Was machen wir jetzt?”
“Lass mich mal nachdenken.” sagte ich.
Die Überlegung, die im Büro des fetten Wichsers begonnen hatte, wurde klarer. Einzelne Komponenten setzten sich zusammen und fügten sich zu einem Plan.
“Sag mal,” begann ich, “hast Du mir nicht von jemandem erzählt, der einen Camcorder hat?”
“Ja, Moni hat einen.” sagte Hinnaak.
“Dann fahr uns hin. Wir müssen sie uns ausleihen. Dann fahren wir zum Ü-Raum und filmen sie beim Proben.”
“Cool, ich hab ein Computerprogramm, damit kann ich ein paar Spezialeffekte reinzaubern.” sagte Hinnaak aufgedreht.
“Klasse!” sagte ich und ballte die Fäuste. “Wäre doch gelacht, wenn der Dicke nicht sein Video kriegt.”
“Gut Holz!” tönte Hinnaak und gab mächtig Gas.
“Sei bloß vorsichtig!” rief ich ängstlich.

Monika stellte sich als ein bisschen stur heraus, wenn es um ihre Kamera ging. Sie weigerte sich, sie herauszugeben, es sei denn, sie durfte zumindest dabei sein.
“Und Du kannst auch damit umgehen?” fragte ich Monika, als wir bei ihr auf dem Sofa saßen.
“Klar, ich hab schon tausende Urlaubsvideos damit aufgenommen.” sagte sie. “Ich bin übrigens ziemlich gespannt auf Eure Band.”
“Ich auch.” sagte ich. “Dann wollen wir mal los. Tom hat mir erzählt, wo der Ü-Raum ist und um diese Zeit müssen sie schon seit ein paar Stunden da sein. Fahren wir mal hin.”
“Ich hab auch volle Akkus dabei.” sagte Monika eifrig, als wir uns erhoben.

Auf meinen Vorschlag, die Autofahrt mitzufilmen, um der Nachwelt eine Dokumentation über Hinnaaks Fahrstil präsentieren zu können, gingen beide während der Fahrt nicht ein. Monika war mit der Kamera beschäftigt, holte sie aus der Schutzhülle und überprüfte die Funktionen. Die Kamera war erstaunlich klein und mit verwirrend vielen Knöpfen ausgestattet. Auf der linken Seite der Kamera war die Produktbezeichnung Sony MR-01 in reflektierender Schrift aufgedruckt, was sehr futuristisch wirkte. Aus einer Seitentasche der Kamerahülle zauberte Monika ein Stativ hervor, das sich bis auf 1,50 Meter Höhe ausziehen ließ. In einer anderen Tasche befanden sich zwei Kassetten.
Monika bemerkte, wie ich interessiert zusah und meinte lächelnd:
“Genug Equipment.”
“Übrigens. Diese Sekretärin im Büro.” meldete sich Hinnaak zu Wort. “Die kam mir irgendwie bekannt vor.”
“Wann hast Du die denn gesehen?”
“Sie hat einmal kurz aus dem Fenster geguckt.”
“Und da willst Du die erkannt haben?”
“Ja, ich bin gut im Erkennen von Frauen.”
“Ach, Du spinnst ja.”
“Nein im Ernst. Ich hab Ihr Gesicht schon mal gesehen. Ich weiß jetzt nur nicht, wohin damit.”
“Aber wohin mit uns, das weißt Du, ja?”
“Ja ja, mach Dir nicht ins Hemd. Mark hat mir genau erklärt, wo der Ü-Raum ist.”

Wir hielten bei einer großen Fabrikhalle, die zum Teil als Disco genutzt wurde. Um diese Zeit war sie allerdings geschlossen und der Parkplatz davor war gähnend leer. Nur Johns Mercedes und ein alter klappriger Ford Transit, der schon lange keine Waschstraße mehr gesehen hatte und vermutlich Mark gehörte, standen vor einem kleinen Nebeneingang. Hinnaak parkte sein Auto neben dem Mercedes.
“Stell ihn lieber neben den Transit und nicht neben den Mercedes.” sagte ich hämisch. “Das ist besser für sein Selbstvertrauen.”
“Pass auf, dass ich Dich nicht auch hier draußen lasse.” antwortete Hinnaak.
Der Nebeneingang war unverschlossen und führte auf einen dunklen Flur, auf dem leise Musik zu hören war. Leise war sie allerdings nur hier draußen, denn als wir die Tür zum Ü-Raum öffneten, wurde sie beinahe ohrenbetäubend laut. Wieso man draußen nur wenig gehört hatte, wurde mir auf dem ersten Blick klar. Es waren dicke Schaumstoffmatten an die Wände montiert worden, die den Lärm dämpften.
Die Band stand im Licht mehrerer heller Strahler. Es waren aber auch bunte Scheinwerfer an der Decke angebracht worden, die sich drehen und scheinbar für Discoatmosphäre sorgen konnten.
Als wir eintraten, befand sich die Band gerade mitten im Lied, und was die Jungs da spielten, hörte sich gar nicht so schlecht an. Auch wenn das, was ich gerade hörte, mit der Ursprungsversion vom Dritten Mann als Sologitarre kaum noch was gemein hatte.
Als sie merkten, dass wir eingetreten waren, hörten sie auf zu spielen.
“Hallo, Leute.” begrüßte uns der Dritte Mann durchs Mikro.
“Ihr habt ´s ja schon echt gut drauf.” sagte ich als Begrüßung.
“Na ja, wir üben schon ein paar Stunden.” sagte Tom. “Insgesamt läuft es gar nicht schlecht, nur mit dem Tempi Wechseln haben wir noch ein paar Schwierigkeiten.”
“Weil John-John immer zu spät reagiert.” fügte Mark hinzu.
“Von wegen zu spät.” verteidigte sich John. “Du bist immer zu schnell.”
“Zu schnell? Ich kann Dir mal zeigen, wie schnell es geht, Dir ein Ding zu ziehen, Du Lusche.”
Darauf stieß John nur ein verächtliches Zischen aus.
“Wie sieht’s denn jetzt aus mit Samstag?” fragte Tom.
“Der fette…nette Veranstalter will einen Videoclip von Euch sehen. Deshalb wird Hinn…Eriks Freundin Monika Euch mit der Kamera aufnehmen, was Erik dann später noch bearbeiten wird.”
“Einen Videoclip?” fragte Mark. “Was ist das denn für eine Scheiße?”
“Das ist ein Video mit Musik.” erklärte ihm John.
“Schlaumeier, das weiß ich selber. Ich hab schon MTV geguckt, da lagst Du noch in den Windeln.”
“Wir sind gleich alt und Du lagst bestimmt länger in den Windeln als ich.”
“Jetzt hört mal auf hier.” fuhr Tom dazwischen. “Mit einem Videoclip hab ich jetzt nicht gerechnet. Ich weiß nicht, wie das laufen soll, wir sind grade mal eben so eingespielt.”
“Er muss ja nicht wie Michael Jacksons Earth Song werden.” sagte ich. “So ein selbst gemachter wie You’re the one who’s out of this world reicht völlig. Hauptsache wir haben etwas.”
“Ja, genau, wir machen das ganz klassisch.” meinte John. “Wir spielen einfach und Monika filmt uns. Das mehrmals hintereinander und aus verschiedenen Positionen, dann wird es schon gehen.”
“Sind Sie sicher, Mister Kubrick?” fragte Mark gehässig.
“Musst Du immer so destruktiv sein? Es ist doch nicht so schwer, ein Video zusammenzuschneiden.”
“Stimmt.” meldete sich Hinnaak. “Ich hab so einen Videomaster, damit ist das ein Kinderspiel. Sogar coole Effekte kann man damit reinzaubern.”
“Dann spielen wir hier also einfach vor uns hin und das war’s?” fragte Mark.
“Na ja, also wenn es schon ein Liebeslied ist, sollte auch eine Frau mitspielen.” sagte Hinnaak. “So, als würde die Frau aus dem Lied dem Sänger immer in Visionen erscheinen.”
Alle nickten zustimmend. Bis auf den Dritten Mann, wie ich bemerkte. Der hatte sich unbemerkt in eine Ecke verzogen und saß da still auf einem Stuhl. Während alle anderen diskutierten, aus welchen Winkeln und bei welcher Beleuchtung man filmen sollte und Mark John eine Beleidigung an den Kopf warf, weil seiner Meinung nach das Keyboard besser zur Geltung kommen würde als die Drums, ging ich zum Dritten Mann rüber.
“Na, was los?” fragte ich.
“Was soll los sein? Hab ich gleich eine Bettszene mit Monika?”
“Ach Quatsch. Wir sollten nur das Video mit unseren bescheidenen Mitteln trotzdem so gut wie möglich machen. Und ich finde, es ist eine gute Idee, dass Monika die Frau spielt, um die es in dem Lied geht.”
“Aber sie ist eben nicht die Frau, um die es in dem Lied geht.”
“Ja und?”
“Ich kann nicht so tun, als wäre sie es. Das funktioniert nicht.”
“Keiner erwartet von Dir eine oscarreife Vorstellung. Du wirst sie nicht einmal sehen. Spiel einfach ganz normal. Wir werden Monika separat filmen und später in das Video reinschneiden.”
“Ach so.” meinte der Dritte Mann erleichtert. “Na dann.”
“Hey, wo bleibt Ihr eigentlich?” rief Mark. “Wir werden alle nicht jünger hier hinten. Und schaltet mal die coole Discobeleuchtung ein.”
“Sei einfach ganz natürlich, dann läuft das schon.” sagte ich zum Dritten Mann.
“Wenn Du das sagst. Wozu hat Erik eigentlich einen Videomaster?”
“Solche Fragen stell ich ihm schon gar nicht mehr.”

Die Dreharbeiten waren gar nicht so übel. Die Band war wirklich ziemlich gut. Nur ein paar Mal gab es Unstimmigkeiten und es musste abgebrochen werden. Diese Fehler würden noch auszubügeln sein, aber dazu war ja noch ein ganzer Tag Zeit.
Es wurden viele Durchgänge gespielt, immer wieder und wieder. Die Kamera nahm alles jedes Mal aus einem anderen Winkel auf.
Dann wollte Hinnaak noch eine fehlerfreie Tonbandaufnahme von dem Lied haben, die er dann über den fertig bearbeiteten Film legen wollte, damit man die Schnitte nicht hörte. Als wir damit fertig waren, war es bereits nach 22:00 Uhr und die Band war völlig erledigt. John und Tom verabschiedeten sich. Mark blieb noch, weil er den Schlüssel für diesen Laden hatte und abschließen musste. Vorher mussten wir noch Monikas Szenen drehen.
“Ich hatte ja auf eine Kussszene gehofft.” sagte Mark und zündete sich eine Zigarette an. “Da wäre ich dabei gewesen.”
“Meine Faust auch.” erwiderte Hinnaak.
Die letzten Dreharbeiten gingen schnell. Hinnaak meinte, es wäre kein Problem, Monika mit einem Nebelschleier zu belegen und wie eine Traumvision aussehen zu lassen.
Die Instrumente würden über Nacht alle hierbleiben. Der Dritte Mann meinte, dann würde man morgen schneller anfangen können, weil sie sich nicht erst an einen neuen Raum würden gewöhnen müssen. Ich verstand nicht recht, was er damit meinte, fragte aber auch nicht genauer nach, denn ich war hundemüde. Fast so, als hätte ich den ganzen Abend abgerockt und nicht der Dritte Mann. Der wirkte neben mir noch eher aufgedreht.
Wir verabschiedeten uns von Mark und quetschten uns in Hinnaaks Auto, der uns laut dröhnend nach Hause fuhr. Kaum zu glauben, aber ich nickte tatsächlich während der Fahrt ein, was einem Einnicken während eines Fallschirmsprungs gleichkam.
Zu Hause war ich dann auch tatsächlich so müde, dass ich auf direktem Weg in mein Zimmer ging, um in meinem Himmelbett zu verschwinden. Monika war noch in unsere Wohnung mitgekommen, um bei der Videobearbeitung zu helfen.
Ich unternahm nicht mal mehr den Versuch, im Bett etwas zu lesen, sondern schlief sofort ein. Deshalb bekam ich auch nicht mehr mit, was Hinnaak noch alles anstellte, als er mit der Bearbeitung unseres Videoclips fertig war.

VN:F [1.7.4_987]
Rating: +2 (from 2 votes)
Teilen, empfehlen, speichern: Diese Icons verlinken auf Bookmark Dienste bei denen Nutzer neue Inhalte finden und mit anderen teilen können.
  • Facebook
  • TwitThis
  • MySpace
  • MisterWong
  • del.icio.us
  • Google Bookmarks
  • Linkarena
  • Wikio DE
  • YahooMyWeb
  • Y!GG
  • Webnews
  • StumbleUpon
  • Squidoo
  • Reddit
  • Print